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Gottesdienste im Zeitraum des aktuellen Pfarrbriefs

Haus des Wandels - ein Gedicht von Ingeborg Henrichs

geistlWort2025-06

Liebe Leserinnen und Leser unseres Pfarrbriefes,

ich hab's gern mit Gedichten und so fand ich dieses Gedicht bei der Suche im Internet. Kaum hat es angefangen ist es auch schon wieder zu Ende. Es beschreibt den September ... in drei Zeilen ist alles gesagt sozusagen.

Nach dem teilweise hektischen Sommer, der für viele zwar Urlaub bedeutet – aber das Thema Urlaubsstress kennen auch viele, besonders wenn noch Kinder im Spiel sind – ist der September wie eine Zäsur.

Und doch: im September ist auch noch Sommer – Spätsommer. „Gereiftes Sein will wirken“, die Getreideernte ist eingefahren, Kartoffeln und Rüben werden reif, Zwetschgen, Äpfel, Trauben und viele andere Früchte werden hochreif. Nominell geht das Jahr erst im Dezember zu Ende ... aber ein bisschen Abschied steckt schon im September. Ein vergoldeter Abschied, wenn man so will.

„Gereiftes Sein will wirken“ – aber nicht nur die Früchte werden reif ... der Spätsommer treibt einen nach den Aktionen des Sommers auch zu ersten eigenen Bilanzen. Wie war der Sommer? Habe ich meine Vorhaben erreicht ... usw.

Aber der September bietet noch ein anderes Geheimnis: Es ist – wenn man so will - ein Marienmonat. Eigentlich betrachten wir den Mai und den Oktober als Marienmonate. Aber in kurzer Folge werden im September drei Marienfeste gefeiert.

Es ist Maria Geburt am 8. September, Maria Namen am 12. September und schließlich am 15. September der Gedenktag der Schmerzen Mariens. Der letzte Gedenktag umfasst die sieben Schmerzen von Maria. Diese Tage leiten sich nicht direkt aus biblisch vermerkten Ereignissen ab, so wie etwa Weihnachten oder Ostern.

Ich glaube, die Gedenktage Maria Geburt und Maria Schmerzen sind relativ gut verständlich.

Aber Maria Namen ist eine etwas verklausulierte Formulierung. Natürlich alle Heiligen haben einen Namenstag, so gab es das Empfinden auch für Maria einen solchen Tag zu haben. Historischer Ursprung ist der Sieg des polnischen Königs Johann über die Türkenbelagerung Wiens 1683. König Johann führte seinen Feldzug mit der Gottesmutter in seinem Banner. Maria, eine Übersetzung ihres Namens lautet übrigens „Die Geliebte Gottes“ gilt als erste Fürsprecherin vor Gott für uns. Es sind drei Gedenktage, die in einer viel frömmeren Zeit Bedeutung fanden und heute im hektischen Treiben gern untergehen. Manchmal kann es eine Begegnung mit unserem Glauben sein, an diese Tage noch einmal zu erinnern.

Übrigens, früher sagte man auch: „An Maria Namen sagt der Sommer Amen.“ – hoffentlich dieses Jahr noch nicht...

Für das Seelsorgeteam
Ihr Gemeindereferent Bernd Gilles

 

Bernd Gilles