Woran die Asche an Aschermittwoch erinnern will
„Das gibt es doch nicht!“ – Mit solchen Aussagen drücken die Kinder ihr Erstaunen aus, wenn ich mit ihnen am Aschermittwoch im Kindergarten über die Bedeutung von Asche rede. Zunächst erlaube ich ihnen, einen großen Spiegel mit dicken, wasserfesten Filzstiften zu bemalen. Dies tun sie nur zögerlich, wohlwissend, dass man diese Malereien wohl nicht mehr vom Spiegelglas abbekommen würde. Und sie sorgen sich zurecht: Festes Reiben mit einem Tuch, mit Wasser, selbst mit Fensterreiniger – nichts vermag den Spiegel wieder klar zu machen. Oje!
Nun kommt die Asche ins Spiel: Ein angefeuchtetes Tuch in etwas Asche getaucht und über die Glasfläche gerieben – der Spiegel wird im Nu wieder glasklar. Asche – was für ein Wundermittel! Schnell kommen wir ins Gespräch: Asche ist kein Abfall, sondern etwas sehr Praktisches. Früher haben die Menschen ihre Fenster und Böden mit Asche blitzeblank poliert. Irgendeinem Kind fällt dann immer ein, dass die Oma die Holzasche aus ihrem Herd im Frühjahr auch im Gemüsebeet verteilt. Asche reinigt nicht nur, sie ist auch ein prima Pflanzendünger. Selbst den Kleinsten wird schnell klar: Wenn wir am Aschermittwoch ein Kreuz mit Asche auf die Stirn bekommen, dann hat das auch mit Reinemachen zu tun.
Was kann weg?
Was möchte ich in meinem Leben gern wegwischen? Das Streiten, das Nicht-Hören auf Mama und Papa, das viele Tabletspielen? Das alles können wir besser machen, dann kann viel Neues wachsen: Freundschaft, Frieden in Kindergarten, Schule und Familie, ein bunteres Leben. Und da gibt es fast nichts, das man mit viel gutem Willen und Vertrauen auf Gott und sich selbst nicht verändern könnte. Wie bei der Asche, die selbst den hartnäckigsten Filzstiftstrich wegbekommt. …
Bleiben wir zuversichtlich, dass es immer wieder einen Neuanfang geben kann, in der Welt und in unserem eigenen Leben. Machen wir gut weiter!
Isabella Friedrich, Familienseelsorgerin, in: Pfarrbriefservice.de
Übrigens: die Asche, die fürs Aschenkreuz verwendet wird, stammt von den Palmzweigen des vorherigen Palmsonntags. Die trockenen Buchsbaumzweige werden verbrannt und die Asche dann gesiebt. Mit der feinen Asche wird den Gläubigen das Aschenkreuz als äußeres Zeichen der Umkehr auf die Stirn gezeichnet oder auf das Haupt gestreut.





