letzte Weihnachten habe ich eine neue Laptop-Tasche geschenkt bekommen. Sie ist aus echtem Leder, ganz schwarz. Eigentlich viel zu schade für einen Laptop. Sie ist sehr edel. Doch jetzt hat mein Rechner eine neue „Wohnung“ gefunden. Mittlerweile ist die Tasche im täglichen Gebrauch, nur selten bewundere ich ihr schönes Aussehen. Und das schöne Geschenk ist in den Alltag eingetaucht und wird von mir nur noch selten als das wahrgenommen, was es einmal war; ein Geschenk, mit Liebe ausgesucht und an mich weitergegeben. Schade, dass ein solches Geschenk im Alltag so untergehen kann.
Ich habe mich seitdem oft gefragt, was denn wohl das schönste Geschenk ist, dass Gott uns Menschen gegeben hat. Nun, das wohl größte Geschenk Gottes an uns Menschen ist mit Sicherheit sein Sohn Jesus, der Mensch geworden, für uns am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden ist, damit wir das Leben in Fülle haben, auch über den Tod hinaus. Allzu oft vergessen wir dies in unserem schnelllebigen Alltag. Ist Gottes Geschenk auch wie diese Laptop-Tasche? In unserem Denken wissen wir natürlich, was Gott uns durch seinen Sohn alles gegeben hat. Doch freuen wir uns heute auch noch über dieses großartige Geschenk Gottes?
Doch nicht genug, auch KI habe ich nach dem größten und schönsten Geschenk gefragt, das uns Menschen von Jesus gegeben wurde. Einige Antworten wurden mir hier angezeigt: Vergebung, Versöhnung, Ewiges Leben, bedingungslose Liebe und…
… der Heilige Geist. Hoppla, der Heilige Geist ist also auch wie eine Laptop-Tasche. Schön anzusehen, edel, ja sogar heilig und scheinbar auch irgendwie in unserem Alltag eingetaucht, kaum spürbar, doch real und da!
Jesus hat uns Menschen dieses Geschenk gemacht. Er hat von einem Beistand, einem Ratgeber, einem Friedensstifter, einem Tröster und Wegweiser gesprochen, der sogar unseren Glauben lebendig machen soll. Und jeder, der an Jesus glaubt und sich taufen lässt, besitzt dieses Geschenk. Also, wann haben wir seinen Beistand gespürt, wann haben wir den Heiligen Geist um Rat gefragt, wann hat der Geist Gottes uns getröstet und uns den Weg gezeigt, den Gott mit einem jeden von uns geplant hat?
Pfingsten erinnert uns immer wieder an dieses schönste und größte Geschenk, das Gott uns Menschen gegeben hat. Es ist gut, dass es Pfingsten gibt, sonst wären wir Menschen vermutlich auch wie eine Laptop-Tasche, in die der Heilige Geist hineingesteckt wird, den Reißverschluss fest zugezogen von einem Ort zum anderen getragen und nur von Zeit zu Zeit gebraucht würde. Pfingsten rüttelt uns wach. Der Heilige Geist wohnt in uns Menschen. Er will nicht nur in uns, er will sogar in der ganzen Welt wirken. Vielleicht müssen wir uns immer wieder bewusstwerden, dass wir wirklich im Besitz dieses wertvollen Geschenkes sind. Wie spreche ich ihn an, durch Gebet. Wie spüre ich den Geist Gottes, durch unser Handeln. Wie sehe ich ihn, in der Liebe zum Nächsten. Möge dieses Geschenk in uns allen lebendig werden.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes, vor allem geisterfülltes Pfingstfest.
Ihr Diakon Norbert Schmitz



