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Gottesdienste im Zeitraum des aktuellen Pfarrbriefs

„Stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes!“

Diakon Heiko Gaub

Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Leserinnen und Leser unseres Pfarrbriefs!

Wer den Trierer Dom besucht, hat allerlei zu entdecken: die vielen Epochen, die dieses Gebäude überdauert hat, haben ihm ein einzigartiges Gepräge gegeben. Eher unbemerkt bleibt dabei oft ein Kreuz, dass genau über dem Schrein mit dem Hl. Rock eigentlich sehr prominent zu sehen ist und das 1974 von Klaus Balke geschaffen wurde – es ziert das Deckblatt dieses Pfarrbriefs. Im Hintergrund lässt sich die Sternenkonstellation erkennen, die am Weihetag des Trierer Doms erkennbar war, umgeben wird das Kreuz von mehreren Himmelskörpern. Es scheint, dass das ganze Universum das Kreuz umgibt, aber auch auf dieses hingeordnet ist. Ergänzt haben mein Mitbruder Mathias Kremer und ich, die wir am 04. Juli im Trierer Dom die Priesterweihe empfangen werden, einen sehr zentralen Satz aus der Weiheliturgie: „Stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes!“ Wie passt das zusammen? Ein so besonderer Tag in unserem Leben, der von Freude und Dankbarkeit geprägt sein soll und dann dieses Wort vom Kreuz…?

Ich habe versucht, darauf eine Antwort zu finden: Ich erinnere mich damit selbst undalle, die diesen Tag mitfeiern werden, an die Realitäten unseres Lebens und das ist eben kein Honiglecken – da ist der priesterliche Dienst keine Ausnahme. Ich bin mir bewusst, dass mir Verzicht abverlangt wird, dass ich Enttäuschungen erfahren und Spannungen erleben werde, dass mir Unverständnis für mich und meine Lebensweise begegnen wird und dass die Botschaft, die ich verkündige, eben nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen wird. Anders gesagt: ich bin mir bewusst, dass mein Leben – so wie Ihres sicherlich auch immer wieder – auch mit dem Schweren und Drückenden in Berührung kommen wird. Ich habe mich entschieden, diesen Platz unter dem Geheimnis des Kreuzes zu meinem bewusst gewählten Lebensort zu machen. Nicht, weil ich besonders gut darin bin, die Zähne zusammenzubeißen und Lasten auszuhalten. Vielmehr, weil ich dem folgen will, der im Kreuz nicht die Schrecken und Ausweglosigkeiten, sondern Hoffnung und Leben gesehen hat: Jesus Christus.

Heute darf ich Sie herzlich einladen, an der Priesterweihe teilzunehmen und darf Sie bitten, mich und meinen Mitbruder mit Ihrem Gebet zu begleiten. Ich bin gewiss, dass der Gesang des Karfreitags für Sie und für uns ein hoffnungsvolles Lied sein will, denn „durch das Holz des Kreuzes kam Freude in alle Welt“!

Heiko Gaub, Diakon