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Gottesdienste im Zeitraum des aktuellen Pfarrbriefs

Mitreden !

Kooperator Carsten Mayer

Liebe Schwestern und Brüder, 

die Fastenzeit ist jedes Jahr für uns Christinnen und Christen eine besondere Zeit der Vorbereitung auf Ostern. In diesen Wochen richtet sich unser Blick neu auf Jesus Christus und auf das Fundament unseres Glaubens: unsere Taufe. Die Kirche legt uns in dieser Zeit vor allem die drei sogenannten „Skrutiniensonntage“ (Sonntage zur Prüfung der Taufbewerber) ans Herz. Ihre Evangelien stammen aus dem Johannesevangelium und führen uns Schritt für Schritt auf Ostern zu.

Das erste Evangelium, das Evangelium von der Begegnung der samaritanischen Frau mit Jesus am Jakobsbrunnen, erinnert uns daran, wo unser Glaubensweg beginnt: bei der Taufe. In ihr hat Gott uns angenommen und in die Gemeinschaft mit Jesus Christus gerufen. Sie ist die Grundlage unserer Beziehung zu ihm. Wir haben ihn im weißen Taufkleid angelegt. Das ursprüngliche dreimalige Untertauchen bei der Taufe erinnert an den Tod und die Auferstehung Jesu. Gerade in der Fastenzeit sind wir eingeladen, uns dieses Geschenks neu bewusst zu werden und unseren Glauben zu erneuern. Wir blicken hier schon auf Ostern, wo ja immer das Osterwasser geweiht wird und unser Taufbund erneuert wird. 

Das zweite Evangelium erzählt von der Heilung des Blindgeborenen. Der Mann erhält nicht nur sein Augenlicht zurück, sondern gelangt auch zum Glauben an Jesus. So wird deutlich: Glaube bedeutet mehr als nur Sehen – er lässt uns erkennen, wer Jesus wirklich ist. Im Johannesevangelium ist er das menschgewordene Wort Gottes, das 
Licht der Welt. Hieran werden wir in der Osternacht erinnert, wenn die Osterkerze als Symbol für Jesus Christus, der sich wie das Wachs verzehrt, entzündet wird. Wer an ihn glaubt, lernt mit neuen Augen zu sehen.

Im dritten Evangelium hören wir von der Auferweckung des Lazarus. Hier offenbart Jesus sich selbst mit den Worten: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Der Glaube an ihn führt nicht nur zu einem neuen Blick auf das Leben, sondern schenkt Hoffnung über den Tod hinaus – die Hoffnung auf das ewige Leben. Dass Jesus Auferstehung und Leben ist, feiern wir an Ostern. Es ist immer beeindruckend zu sehen, wie in der Feier des Triduums (der heiligen drei Tage: Gründonnerstag, Karfreitag, Osternacht) die Stimmung von Trauer zu Freude wechselt. Gleichzeitig braucht die Freude die Trauer vorher, um wirklich spürbar zu werden. So brauchen wir die Fastenzeit, in der uns die Auszüge aus dem Johannesevangelium begleiten, vor Ostern. 

Diese drei Evangelien zeigen uns einen geistlichen Weg durch die Fastenzeit:
Wir erinnern uns an unsere Taufe, wir lernen im Glauben neu zu sehen, und wir gehen auf das Leben zu, das Christus uns schenkt. So kann die Fastenzeit für uns eine Zeit der inneren Erneuerung werden. Sie lädt uns ein, das Belastende und Dunkle hinter uns zu lassen und uns neu auf Christus auszurichten. Wenn wir diesen Weg bewusst gehen, können wir Ostern wirklich als Fest der Auferstehung feiern – und aus dieser Hoffnung heraus unser Leben gestalten.

Eine frohe und gesegnete (Rest-) Fastenzeit und ein frohes und gesegnetes Osterfest! 

Ihr Kooperator Carsten Mayer